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Das STEGREIF.orchester ist ein improvisierendes Sinfonieorchester von 30 jungen internationalen Musiker*innen, die sich selbst und dem Publikum ganz neue Wege zur klassischen Musik eröffnen: das spannende Erbe der klassischen Musik wird unter dem Einfluss von verschiedenen musikalischen Stilen zu einer  eindrückliche Neudeutung von performativer und auch visueller Kraft. STEGREIF erkundet neue Klangwelten und erprobt immer wieder noch nie gehörte Genreverschmelzungen. Dabei tritt das Ensemble stets ohne Noten, ohne Dirigent und ohne Stühle auf. Die dadurch gewonnene Freiheit schafft Raum für Improvisation und Bewegung. Der Konzertsaal, der Zuschauerraum, die Ränge, alles wird zur Bühne und ermöglicht den Zuschauer*innen ein einzigartiges Konzerterlebnis. Unter dem Dach klassischer Kompositionen können sich die verschiedenen musikalischen Herkünfte der Musiker*innen gegenseitig bereichern und es entsteht ein ganz eigener Ansatz miteinander zu musizieren und Musik für das Publikum erfahrbar zu machen.

Mit dem Gründungsprojekt #freebeethoven zeigte das STEGREIF.orchester erstmals auf der Bühne, wie Klassik heute aussehen kann: Mit Musikern aller Hintergründe, die auswendig und ganz ohne Dirigent spielen und improvisieren, über freie Bearbeitungen sinfonischer Musik. Der Verein Stegreif e.V. entstand im Dezember 2015. Anfang des nächsten Jahres tourte, unter der künstlerischen Leitung von Juri de Marco, die Formation #freesextett durch Deutschland. Sie machten sich bundesweit einen Namen und lernten vor allem bei Festivals und Projekten wichtige zukünftige Partner kennen - darunter den Komponisten Wolf Kerschek, die Regisseurin Theresa von Halle, den Trompeter Markus Stockhausen. Sie alle unterstützen und inspirieren das Ensemble, mit Erfolg. Ende des Jahres feierte das zweite große Projekt #freeschubert Premiere, mit dem das STEGREIF.orchester anschließend auf Tour ging. Im Januar 2017 spielten die Musiker ein Benefizkonzert für Syrien, reisten zum Classical Next-Festival nach Rotterdam und entwickelten Workshop-Formate für Kinder, Jugendliche und Geflüchtete. Zudem spielte das Ensemble im September bei der Eröffnung des Ausstellungsraums "FUTURIUM" und veranstaltete am Brandenburger Tor zusammen mit einem Chor, einem Rapper und einem Soul-Sänger einen musikalischen Flashmob. Im November erhielt das Ensemble mit dem Startup-Music-Preis Berlin seine erste große Auszeichnung. Die nächste Idee entstand: die Entwicklung einer Techno-Sinfonie. Im April 2018 erfuhr #freebrahms seine Premiere im ausverkauften Berliner Konzerthaus. Nach Beethoven und Schubert variierte das Orchester nun die dritte Sinfonie von Johannes Brahms. Seit der Premiere tourte Stegreif mit dem Programm durch Deutschland und spielte unter anderem beim Schleswig-Holstein Musikfestival und in der Hamburger Elbphilharmonie. Auch die nächste Auszeichnung folgte bald: der Würth-Preis der Jeunesses Musicales Deutschland. Parallel zu #freebrahms entwickelten die Organisatoren ein dreijähriges Kooperationsmodell mit dem Deutschen Sinfonie-Orchester Berlin und der Jungen Norddeutschen Philharmonie: Das TRIKESTRA Projekt.

Als drei in Berlin ansässige Orchester wollen sie sich künstlerisch und organisatorisch verbinden, um die Kluft zwischen freier Szene und den Institutionen wieder zu schließen. Und auch digitale Räume erschließt sich das Orchester: Im Frühjahr 2019 veröffentlichten sie die erste Folge ihrer YouTube-Serie plural, gefördert im Rahmen des Projektes "Ooorchestra" von der Kulturstiftung des Bundes. Mit dem Betreiben dieses Digital-Education-Channels will das Orchester nicht nur zu einer tiefgreifenden Veränderung in der Aufführungspraxis heranwachsender (Profi-) Musiker*innen beitragen, sondern vor allem dem jungen Publikum einen neuen Zugang zur klassischen Musik verschaffen. Im Rahmen des mehrjährigen Projekts entstehen drei Staffeln der neuartigen Video-Serie. Im gleichen Jahr widmete sich das Orchester noch einmal dem ersten unabhängigen Komponisten der Klassikgeschichte und seiner dritten Sinfonie: Ludwig van Beethovens "Eroica" fokussiert sich ganz auf die französische Revolution und ihre Werte. Die Adaption des STEGREIF.orchesters, über 200 Jahre später, feierte am 27.07.2019 ihre Uraufführung. #free∃roica handelt von den Revolutionen, geschichtlich wie musikalisch, und den Helden, die sie hervorgebracht haben. Die Produktion war u.a. in der Alten Oper Frankfurt und in Bad Urach zu Gast. Seinen geographischen Schwerpunkt hat das internationale Orchester allerdings weiterhin in Berlin. Dort wurde im Oktober auch die aktuelle Produktion GIOVANNI.Eine Passion in Kooperation mit der Neuköllner Oper uraufgeführt. Die erste Opernproduktion eröffnete neue Blickwinkel auf Mozarts große, mythische Figur und ließ die Grenzen zwischen Intstrumentalist*innen und Sänger*innen verschwimmen. Unter der Regie von Ulrike Schwab und der musikalischen Leitung von Juri de Marco führte GIOVANNI. Eine Passion Publikum und Musiker*innen auf eine Reise in die Musik hinein, die durch unsere Re-Komposition und Improvisation noch weitere Ebenen in die Geschichte webt.

Fotografin Header: Elisabeth Hardenberg

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